Klinik-System

DRG

Diagnosis Related Groups (Diagnosebezogene Fallgruppen)

Das deutsche Vergütungssystem für stationäre Krankenhausleistungen — bestimmt, wie viel ein Krankenhaus pro Patientenfall erhält.

Stand: 14. Oktober 2026

Das G-DRG-System vergütet stationäre Krankenhausfälle in Deutschland über Fallpauschalen. Jeder Fall wird anhand von Diagnosen (ICD-10-GM) und Prozeduren (OPS) einer Fallgruppe zugeordnet, deren Bewertung das InEK jährlich neu kalkuliert. Die DRG-Logik bestimmt, welche Produkte ein Krankenhaus wirtschaftlich einsetzen kann.

Praxis im deutschen Klinikmarkt

Wer in deutschen Krankenhäusern verkaufen will, muss die DRG-Argumentation beherrschen — also nachweisen, dass das Produkt entweder im DRG abgebildet ist, ein Zusatzentgelt auslöst (NUB-/ZE-Antrag) oder die Liegezeit so verkürzt, dass die Fallpauschale profitabler wird.

Wie ein Medizinprodukt in der Vergütung ankommt

Das Krankenhaus erhält keinen Produktpreis erstattet, sondern die Fallpauschale. Die Sachkosten — vom Katheter bis zum Implantat — sind darin enthalten. Seit 2020 sind die Pflegepersonalkosten über ein eigenes Pflegebudget ausgegliedert; die übrigen Kosten bleiben in der Pauschale.

Kalkuliert wird auf Basis der Ist-Kosten einer Stichprobe von Kalkulationskrankenhäusern. Das Datenjahr liegt zwei Jahre vor dem Katalogjahr. Ein neues, teureres Produkt ist deshalb zunächst ein Kostenfaktor für das Haus, bis die Kalkulation es abbildet.

Drei Wege für neue Produkte

NUB — Neue Untersuchungs- und Behandlungsmethoden

Krankenhäuser stellen bis zum 31. Oktober eines Jahres beim InEK eine NUB-Anfrage für das Folgejahr. Erhält die Methode den Status 1, kann das Haus mit den Krankenkassen ein individuelles, befristetes NUB-Entgelt vereinbaren.

Beruht die Methode maßgeblich auf einem Medizinprodukt hoher Risikoklasse mit neuem theoretisch-wissenschaftlichem Konzept, folgt zusätzlich eine Bewertung durch den G-BA nach § 137h SGB V. Das Krankenhaus übermittelt die Informationen dafür im Benehmen mit dem Hersteller.

Zusatzentgelte

Für Leistungen und Produkte, die sich in einer Fallpauschale nicht sachgerecht abbilden lassen, gibt es Zusatzentgelte (ZE). Sie sind entweder bundeseinheitlich bewertet oder werden krankenhausindividuell verhandelt. Viele Zusatzentgelte sind aus früheren NUB-Entgelten hervorgegangen.

OPS-Kode

Damit ein Produkt in der Kalkulation überhaupt sichtbar wird, braucht die zugehörige Prozedur oft einen eigenen OPS-Kode. Den OPS pflegt das BfArM; Änderungsvorschläge laufen über ein jährliches Vorschlagsverfahren.

Was die Krankenhausreform ändert

Mit dem Krankenhausversorgungsverbesserungsgesetz (KHVVG) und seinen Anpassungen wird ein Teil der Vergütung schrittweise in eine Vorhaltevergütung umgewandelt, die nicht mehr unmittelbar an der Fallzahl hängt. Die Fallpauschalen bleiben für den übrigen Teil bestehen.

Für Hersteller wichtiger sind die Leistungsgruppen: Sie legen künftig fest, welche Häuser welche Eingriffe erbringen dürfen. Die Auswahl der Zielkliniken für einen Markteintritt richtet sich damit stärker danach, welchen Häusern die relevante Leistungsgruppe zugewiesen ist.

Wie MEX unterstützt

Die DRG-Rechnung ist Teil unseres Vertriebsmoduls: Wir prüfen vor dem Markteintritt, wie Ihr Produkt in der Vergütung abgebildet ist und welcher Weg für Innovationen infrage kommt. Daraus entsteht die Mehrerlös-Argumentation, mit der Klinik-Einkauf und Controlling arbeiten.

Häufige Fragen

Kann ein Hersteller selbst eine NUB-Anfrage stellen?
Nein. NUB-Anfragen stellen ausschließlich Krankenhäuser beim InEK. Hersteller unterstützen mit Produkt-, Kosten- und Studiendaten — deshalb sind frühe Partnerkliniken für Innovationen so wichtig.
Bis wann muss eine NUB-Anfrage gestellt sein?
Die Frist endet jedes Jahr am 31. Oktober für das folgende Jahr. Wer den Termin verpasst, verliert in der Regel ein volles Jahr.
Bekommt das Krankenhaus den Preis meines Produkts erstattet?
Im Regelfall nicht. Die Sachkosten sind Teil der Fallpauschale. Ein Produkt rechnet sich für das Haus, wenn es in der Pauschale abgebildet ist, ein Zusatzentgelt auslöst oder an anderer Stelle Kosten spart — etwa durch kürzere Liegezeiten.

Quelle: InEK — Institut für das Entgeltsystem im Krankenhaus

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Nächster Schritt

Was bedeutet das konkret für Ihr Produkt?

Im 30-minütigen Discovery-Call ordnen wir ein, welche Anforderungen für Ihren Markteintritt in Deutschland gelten — vertraulich und ohne Verpflichtung.